Niedrig-Dosis-CT der Lunge 2017-04-12T14:49:29+00:00

NIEDRIG-DOSIS-CT DER LUNGE

UNTERSUCHUNGSVORBEREITUNG

Es sind für diese Untersuchungen keine besonderen Vorbereitungen notwendig. Für weitere Informationen möchten wir Sie auch auf unsere Broschüre zur low-dose CT- Untersuchung hinweisen.

UNTERSUCHUNGSABLAUF

Die Untersuchung der Lunge erfolgt liegend in unserem Computertomographiegerät und ist völlig schmerzfrei. Eine Kontrastmittelinjektion ist nicht notwendig. Die Strahlenbelastung ist wegen besonderer Einstellungen am CT-Gerät sehr gering (low-dose), vergleichbar mit einer normalen Röntgen-Lungenuntersuchung.

WAS LEISTET DIE METHODE?

Bisher war die Diagnostik vor allem auf die konventionellen Röntgenaufnahmen der Thoraxorgane beschränkt. Die Computertomographie ist dagegen in der Lage, tumoröse Herdbefunde ab einer Größe von ca. 3 Millimetern zu erkennen. Hierdurch kann eine Verbesserung der Fünf-Jahres- Überlebensrate auf Werte zwischen 70 und 80% erreicht werden. Da aber bei der normalen Computertomographie die Strahlendosis zu hoch ist, war der Einsatz dieser Untersuchungsmethode bisher nicht als Früherkennungsmaßnahme gerechtfertigt.

Durch die Weiterentwicklung der computertomographischen Thoraxdiagnostik ist es jetzt aber möglich, unter Einsatz besonders dosissparender Untersuchungsprotokolle die Röntgendosis um die Hälfte der üblichen Dosis zu senken und damit Untersuchungsbedingungen zu schaffen, die von der Dosis her einer konventionellen Röntgenaufnahme entsprechen, jedoch aufgrund der millimeterdünnen Schichtführung eine wesentlich höhere Aussagefähigkeit haben. Die Auflösung wird hierbei um das 10- bis 100-fache erhöht.

In Deutschland sterben jährlich ca. 54.000 Menschen an einem Bronchialkarzinom (Lungenkrebs; hiervon ca. 29.000 Männer und 25.000 Frauen). In der statistischen Auswertung der Krebserkrankungen in Deutschland stellt damit das Bronchialkarzinom die häufigste Todesursache dar. Nach der Diagnosestellung eines Bronchialkarzinoms liegt die Überlebenswahrscheinlichkeit für die nächsten fünf Jahre bei ca. 40 Prozent. Je später das Bronchialkarzinom diagnostiziert wird, desto geringer ist die weitere Lebenserwartung. Daher ist die Früherkennung für diese Krebsart besonders wichtig.

BESONDERE RISIKOGRUPPEN
Raucher und beruflich
 exponierte Personen, die mit krebserregenden Substanzen umgehen, bei denen die Gefahr der Inhalation besteht. Bei aktiven Rauchern liegt das Risiko, an einem Bronchialkarzinom zu erkranken 12- bis 22 -mal höher als im Vergleich zu Nichtrauchern.
Hierbei spielen verschiedene Substanzen im Tabakrauch eine besondere Rolle, da sie eine chronische Schädigung der oberflächlichen Zellen des Bronchialsystems im Laufe der Jahre herbeiführen und damit eine Umwandlung in Krebszellen begünstigen. Normalerweise werden die veränderten Zellen erkannt und beseitigt. Falls es aber einer Tumorzelle gelingt, das Immunsystem auszuschalten, kommt es zu einem ständigen Teilungsvorgang, der letztlich zu einem Bronchialkarzinom führt.

VORSORGEINTERVALL

  • Aktiven Rauchernwird eine jährliche Kontrolluntersuchung empfohlen, wobei eine exakte Einteilung nicht sicher möglich und von jedem selber zu beurteilen ist.
  • Ehemalige Rauchersollten die Untersuchung die ersten zehn Jahre nach der Nikotinabstinenz regelmäßig wiederholen.
  • Nach einem Zeitintervall von ca. 10 Jahrenist das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, auf das der Normalbevölkerung gesunken.

THERAPEUTISCHE KONSEQUENZEN NACH ERKENNUNG EINES LUNGENRUNDHERDES

  • Die Untersuchung zeigt einenunauffälligen Befund. Damit ist die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen eines Bronchialkarzinoms sehr gering. Ausnahmen ergeben sich hierbei für kleine Tumore der Bronchialschleimhaut, die jedoch eine sehr seltene Tumorerkrankung darstellen.
  • Die Untersuchung zeigt einenstark verkalkten oder mehrere verkalkte Rundherde. Dies kann ein Hinweis auf eine zurückliegende entzündliche Lungenerkrankung sein, wie zum Beispiel eine ehemalige Tuberkulose.Die Untersuchung zeigt unverkalkte Lungenrundherde mit einer Größe von ca. 5 – 10 mm. Hierbei wird eine Verlaufskontrolle im Abstand von 1 bis 3 Monaten empfohlen mit i.v. Kontrastmittel.
    A. Bleibt der Rundherd nach Größe und Dichte unverändert und nimmt kein KM auf, so kann mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem gutartigen Befund ausgegangen werden.
    B. Nimmt der Tumor vermehrt  KM auf oder an Größe zu , so besteht der Verdacht auf einen bösartigen Prozess und es muss eine weitere Sicherung durchgeführt werden. Hierbei muss von Fall zu Fall entschieden werden, ob eine Punktion oder eine operative Entfernung durchgeführt werden sollte.
  • Werden tumoröse  Rundherde mit einer Größe vonweniger als 4 mm entdeckt, ergibt sich hieraus ebenfalls die Möglichkeit einer engmaschigen Verlaufskontrolle im Abstand von 3 bis 6 Monaten, in der Regel aber Kontrollen in 1- bis 2 -jährigen Abständen zur Größenverlaufsbeurteilung. Bei einer Größenzunahme wird ebenfalls eine weitere Abklärung bis hin zur operativen Entfernung empfohlen.
  • Herdbefunde, diegrößer sind als 10 mm, sollten bei Verdacht auf Bösartigkeit operiert werden. Bei gutartigem Aussehen Kontrolle mit i.v. KM, bei KM-Aufnahme ebenfalls operieren.