Koronare Herzkrankheiten und die Vorteile des MRT 2017-04-11T16:02:30+00:00

KORONARE HERZKRANKHEITEN UND DIE VORTEILE DES MRT

Mit der Herz-MRT kann sowohl die Herzfunktion als auch die Durchblutung in Ruhe und unter Belastung beurteilt werden. Im Mittelpunkt steht dabei die MRT-Stressuntersuchung. Darüber hinaus gibt es kein anderes Verfahren, das Narben im Herzmuskel mit so hoher Empfindlichkeit direkt zeigen kann. Ein Herzinfarkt kann durch die MRT zuverlässig nachgewiesen und in der Ausdehnung beurteilt werden, unabhängig davon, wann das Ereignis stattgefunden hat. Aufgrund der wissenschaftlich nachgewiesenen höheren Treffsicherheit im Nachweis von Herzwandnarben und Durchblutungsstörungen besitzt die Herz-MRT einschließlich der Stressuntersuchung im Vergleich zu den oben genannten Nachweismethoden einen diagnostischen Vorteil und kann anstelle dieser Verfahren eingesetzt werden. In den meisten Fällen liefert sie auch dann noch verwertbare Ergebnisse, wenn die vorgenannten Untersuchungen keine Aussage gestatten. Mit der MRT-Stressuntersuchung lässt sich genauer vorhersagen, ob ein Eingriff an den Herzkranzgefäßen und somit eine Herzkatheteruntersuchung notwendig wird oder nicht. Die MRT verursacht keine Strahlenbelastung und eignet sich deshalb auch zur Therapie- und Verlaufskontrolle der koronaren Herzkrankheit. Einschränkungen in der Anwendung sind selten und betreffen insbesondere Herzschrittmacherträger.

DIAGNOSEVERFAHREN

Durchblutungsstörungen des Herzens durch Einengungen der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit) sind die häufigste Todesursache in Deutschland. Die fehlende Blutversorgung des Herzmuskels durch einen Gefäßverschluss führt bei einem Herzinfarkt nicht nur zu einem Verlust der Pumpfunktion im betroffenen Areal, sondern oft auch zu schwerwiegenden Herzrhythmusstörungen und damit zum plötzlichen Herztod. Zur Diagnostik und Therapie der koronaren Herzkrankheit wurden im Jahr 2002 in Deutschland 650.000 Röntgenuntersuchungen der Herzkranzgefäße (Herzkatheteruntersuchungen) durchgeführt. Die Rate an ernsthaften Komplikationen betrug dabei 1,5 %;  bei einem von 1.000 Patienten nahm die Untersuchung einen tödlichen Ausgang. Etwa die Hälfte der o. g. Patienten, also etwa 325.000 im Jahr, zeigten bei der Herzkatheteruntersuchung keinen behandlungsbedürftigen Befund an den Herzkranzgefäßen. Folglich besteht dringender Bedarf an einem Verfahren, das einerseits geeignet ist, Durchblutungsstörungen im Herzmuskel zuverlässig auszuschließen und andererseits die Patienten keinem unnötigen Risiko aussetzt.

Die Magnetresonanztomographie des Herzens (Herz-MRT) ist ein modernes bildgebendes Verfahren, mit dem das gesamte Herz und die großen Gefäße sehr genau untersucht werden können. Die Untersuchung eignet sich besonders zur Darstellung der Anatomie des Herzens und der Funktion der Herzkammern. Weitere Indikationen sind, Vernarbungen des Herzmuskels nach einem Herzinfarkt mit hohem Kontrast und räumlicher Auflösung darzustellen, die ergänzende Untersuchung, wenn die Ultraschalluntersuchung des Herzens eine zu geringe Bildqualität erbringt, die Darstellung der Herzklappen sowie der Durchblutung des Herzmuskels.

DIE MRT-STRESSUNTERSUCHUNG


Die MRT-Stressuntersuchung dient der Erkennung von Herzdurchblutungsstörungen. Für die Untersuchung wird das Herz einer künstlichen Belastung ausgesetzt. Dies erfolgt mit einem der beiden im Folgenden genannten Verfahren, zu denen unterschiedliche Medikamente verwendet werden.

Untersuchung des Blutflusses durch den Herzmuskel – Perfusionsuntersuchung
Das Herz wird dabei mittels der körpereigenen Substanz Adenosin belastet. Die Durchblutung wird durch die Gabe eines speziellen nebenwirkungsarmen Kontrastmittels untersucht. Der Durchfluss des Kontrastmittels durch das Herz kann mit der MRT verfolgt werden. Verzögerungen beim Durchfluss bzw. fehlende Kontrastmittelanflutung bedeuten eine verminderte Durchblutung dieser Region. Je stärker die Durchblutung gestört ist, desto später erfolgt die Anflutung des Kontrastmittels im Herzmuskel und desto größer ist die Ausdehnung der betroffenen Region.

Untersuchung der Herzmuskelfunktion – Wandbewegungsanalyse
Das Herz wird dabei mit der Substanz Dobutamin belastet. Die Wandbewegungen des Herzmuskels werden unter Belastung aufgezeichnet. Regionen mit einer unzureichenden Durchblutungsreserve weisen im Vergleich zu gesunden Arealen eine gestörte Wandbewegung auf.
Die mit diesen Verfahren gewonnenen Informationen helfen dem Arzt bei der Planung notwendiger Behandlungen. Das Vorhandensein bzw. die Bedeutsamkeit einer Verengung der Herzkranzgefäße kann dadurch beurteilt und somit das Risiko eines Herzinfarkts besser eingeschätzt werden.

Spezielle Patienteninformationen

Aus der Medikamentengabe bei der MRT-Stressuntersuchung resultieren spezielle Risiken und Nebenwirkungen. Falls bei Ihnen eine der beiden Varianten der MRT-Stressuntersuchung geplant ist, folgen Sie bitte dem entsprechenden Link unter „Weitergehende Informationen“. Dort erfahren Sie, wie Sie sich vorbereiten müssen und können auch den passenden Aufklärungsbogen im PDF-Format herunterladen. Für alle anderen MRT-Untersuchungen ist dieser Abschnitt bedeutungslos.

UNTERSUCHUNGSVORBEREITUNG

Wenn eine Stress-MRT-Untersuchung geplant ist mit der Gabe von Adenosin (einer körpereigenen Substanz) , sollte 24 h vor der Untersuchung kein Kaffee (auch kein koffeinfreier Kaffee), kein Tee, keine Cola oder Schokolade zu sich genommen werden, da hierdurch die Wirkung blockiert werden kann. Ansonsten sind keine weiteren Vorbereitungsmaßnahmen notwendig.
Vorerkrankungen sollten mit dem Arzt besprochen werden, gerade wenn es sich um eine Erkrankung des Herzens handelt, zum Beispiel bei einem AV-Block oder auch bei Lungenerkrankungen, die die regelmäßige Medikamenteneinnahme mit dem Wirkstoff Theophyllin notwendig machen. Medikamente können in der Regel weiter eingenommen werden, z. B. auch Betablocker. So gelingt mit diesem Verfahren eine exakte Analyse der Pumpfunktion, der Wandbewegung, der Herzklappentätigkeit, der Funktion der Herzkranzgefäße und der Vitalität.

UNTERSUCHUNGSABLAUF

Die Untersuchung erfolgt in entspannter liegender Position im Kernspintomographiegerät. Zur Vorbereitung auf eine Kontrastmittelgabe legen wir eine Venenverweilkanüle in die Armbeuge und gegebenenfalls einen zweiten Zugang für die Gabe von Adenosin bei einer zusätzlichen Stressuntersuchung. Die Untersuchung dauert je nach individueller Gestaltung zwischen 35 Min und 1 h. Mittels spezieller Spulen, die in Höhe des Herzens im Bereich des Rückens und der Brust aufgelegt werden, ist es möglich, das Herz darzustellen. Komplikationen treten bei dieser Untersuchung kaum auf. Kontrastmittelzwischenfälle oder Begleitreaktionen durch das Adenosin sind sehr selten. Bitte lesen Sie hierzu auch unseren Aufklärungsbogen über die Kernspintomographie.
Während der Untersuchung werden Sie sowohl radiologisch als auch kardiologisch überwacht.

WAS LEISTET DIE METHODE?

Durch die ständige Verbesserung der Kernspintomographie im Bereich der Herzdiagnostik ist es uns heute möglich, mit der modernsten nicht invasiven und strahlungsfreien Untersuchungsmethode krankhafte Veränderungen des Herzens mit hochauflösender ultraschneller Technik präzise zu diagnostizieren.
Zu den häufigsten Fragestellungen gehören die Abklärung angeborener oder erworbener Herzfehler, krankhafter Veränderungen des Herzmuskels und der Herzklappen, Blutgerinnsel in den Herzkammern oder der Nachweis von Herztumoren.

Besonders häufig wird die Untersuchung zur Vitalitätsprüfung des Herzmuskels sowie zum Ausschluss von Durchblutungsstörungen eingesetzt. Hierbei können Herzwandbewegungsstörungen sowie  Ausdehnungen von Infarktarealen durch Kontrastmittelverteilungen im Herzmuskel bestimmt werden.

Mit der Stress-MRT wird durch die Gabe von Adenosin eine kurze Belastungssituation künstlich erzeugt und nach Gabe von Kontrastmittel können Durchblutungsstörungen des Herzmuskels unter Belastung aufgedeckt werden.
Dieses Verfahren kommt auch zum Einsatz zur Verlaufsbeobachtung nach einer Bypass-Op oder Ballondilatation, mit und ohne Stent, sowie zur Darstellung des Ausmaßes eines Herzinfarktes. Hierbei ist es wichtig zu wissen, wie ausgedehnt Durchblutungsstörungen sind, was erheblichen Einfluss auf die weitere Therapie hat.

Zur direkten Darstellung der Herzkranzgefäße ist jedoch weiterhin die CT-Untersuchung die Methode der Wahl, da die Kernspintomographie diese Gefäße nur unzureichend darstellen kann.