Nuklearmedizin im Strahleninstitut Köln

Was ist Nuklearmedizin?

Die Nuklearmedizin ist ein schonendes Untersuchungsverfahren, das Veränderungen im Körper bereits sehr früh nachweisen kann.

Die bekanntesten Untersuchungsverfahren sind Untersuchungen der Schilddrüse, der Knochen und Gelenke, der Lungen, der Nieren und des Herzens.

Bestimmte schwach radioaktive Substanzen (sog. Radiopharmakon/Radiopharmaka) werden in zu untersuchende Stoffwechselvorgänge im Körper einbezogen. Mit einer besonderen Kamera (einer sogenannten Gammakamera) können so Stoffwechselfunktionen von Organen und Organsystemen dargestellt werden (sog. Szintigraphie).

 

Nuklearmedizinische Untersuchungen

Bei nuklearmedizinischen Untersuchungen werden die für die jeweilige Untersuchung spezifischen Radiopharmaka über eine Armvene gegeben (Ausnahmen: Untersuchungen der Speiseröhre oder des Magens, hierbei wird das Radiopharmakon als Mahlzeit eingenommen).

Der Untersuchungsablauf richtet sich nach dem jeweils zu untersuchenden Organ/Organsystem. Dabei ist die verabreichte radioaktive Substanzmenge gering. Oft kann durch entsprechende Maßnahmen, wie z. B. viel trinken, die Ausscheidung beschleunigt und dadurch die Strahlenexposition noch weiter reduziert werden.

Über die Untersuchungen und wie diese ablaufen werden Sie bei jeder Untersuchung vorab genau informiert und haben Zeit Fragen zu stellen.

 

  • Dr. med. Thorsten Dirk Pöppel Leiter der Abteilung Nuklearmedizin

    Facharzt für Nuklearmedizin

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Was ist eine Szintigraphie?

Als Szintigraphie bezeichnet man ein nuklearmedizinisches Verfahren zur Bildgebung.

Bei diesem Verfahren nutzen wir schwach radioaktive Stoffe, die in bestimmte Stoffwechselvorgänge in Organen einbezogen werden. Mit einer speziellen Gammakamera wird die abgegebene Strahlung aufgenommen. Die Aufnahmen zeigen dann z.B. die Stoffwechselaktivität oder auch die Durchblutung eines Organes.

 

Wie läuft eine Szintigraphie ab?

Für die nuklearmedizinische Untersuchung/Szintigraphie wird eine schwach radioaktive Substanz in eine Vene injiziert (Ausnahmen: Untersuchungen der Speiseröhre oder des Magens, hierbei wird das Radiopharmakon als Mahlzeit eingenommen).

Die Injektion ist nicht schmerzhaft und die Substanzen sind ungiftig. Allergische Reaktionen sind nahezu ausgeschlossen. Je nach gewünschter Untersuchung und Art der möglichen Erkrankung werden sofort Aufnahmen mit der Gammakamera angefertigt, oder erst nach ein paar Minuten oder Stunden. Bei bestimmten Untersuchungen werden auch Aufnahmen zu mehreren Zeitpunkten angefertigt. Die Gammakamera befindet sich oberhalb oder auch unterhalb von Ihnen. Bei bestimmten Untersuchungen bewegt die Kamera sich über sie hinweg, oder dreht sich um Sie herum.

In den meisten Fällen ist keine besondere Vorbereitung nötig, z.B. können Sie vor der Untersuchung essen und trinken. Ihre Medikamente können Sie vor den meisten Untersuchungen einnehmen.

Ausnahmen: Vor der Herzuntersuchung und Untersuchungen der Speiseröhre oder des Magens sind Sie bitte nüchtern. Bei der Herzuntersuchung bitte keine Blutdruck- oder Herzmedikamente am Morgen der Untersuchung einnehmen. Bringen Sie diese stattdessen bitte mit.

 

Wie hoch ist die Strahlendosis bei einer Szintigraphie?

Die Strahlenexposition unterscheidet sich je nach Untersuchung. Im Allgemeinen ist sie sehr gering. Oft ist sie niedriger oder vergleichbar mit einer CT-Untersuchung.

 

Hat eine Szintigraphie Nebenwirkungen?

Da es sich bei einem Radiopharmakon nicht um ein jodhaltiges Kontrastmittel handelt, treten auch keine Kontrastmittelnebenwirkungen oder allergische Reaktionen auf. Es tritt keine Übelkeit oder Schwindel auf. Nach einer Untersuchung gibt es keine Einschränkung für die Teilnahme am Straßenverkehr.

Vorteile der Szintigraphie

Geringe Strahlendosis
Beurteilung von Organfunktionen
Schmerzlose Untersuchung
Frühe Erkennung krankhafter Veränderungen

So wird der Praxisbesuch entspannt:

Planen Sie ausreichend Zeit für den gesamten Praxisbesuch ein.
Die Szintigraphie ist ein erprobtes Untersuchungsverfahren.
Unsere Nuklearmediziner beantworten Ihnen alle Fragen, wenn etwas unklar ist.
Lassen Sie unser Praxisteam wissen, wenn Sie aufgeregt sind. Unsere Mitarbeiter können sich so besser auf Sie einstellen.
Wenn Sie sich in Gesellschaft wohler fühlen, begleiten Sie Freunde oder Verwandte bestimmt gerne zu Ihrem Termin.

leistungsspektrum

Nuklearmedizinischen Untersuchungen

 

 

  • Untersuchung des Herzens (Myokardszintigraphie)

    Bei der Myokard-Szintigraphie messen wir die Durchblutung Ihres Herzmuskels zunächst nach einer Fahrradbelastung und später im Ruhezustand.

    Weitere Informationen und alles Wichtige zur Myokard-Szintigraphie finden sie hier.

  • Skelettszintigraphie

    Die Skelettszintigraphie stellt die Durchblutung und den Stoffwechsel von Knochen und Gelenken dar. Die wichtigsten Gründe für eine Skelettszintigraphie sind die Darstellung von Gelenksentzündungen (= Arthritis), z. B. bei rheumatischen Erkrankungen, die Darstellung von Knochenmetastasen oder einer Gelenksprothesenlockerung.

    Bei der Skelettszintigraphie zur Untersuchung von Knochen oder Gelenken wird Ihnen ein schwach radioaktiver Stoff (sog. Radiopharmakon) in eine Vene injiziert. Der Stoff wird mit dem Blutstrom über die Weichgewebe an die Knochen herangetragen und dort gebunden. Je nachdem um welche mögliche Erkrankung es geht erfolgt eine Durchblutungs- und Frühaufnahme unmittelbar nach der Injektion. Dabei zeigen sich Veränderungen in den Weichgeweben, z.B. den Muskeln und Gelenkskapseln. Nach den Frühaufnahmen erfolgt eine Pause. Während dieser Zeit lagert sich das Radiopharmakon eine Zeitlang an den Knochen an. Nach zwei bis drei Stunden können dann weitere Aufnahmen (Spätaufnahmen) erfolgen. In diesen kann man die Reaktion des Knochens auf bestimmte Erkrankungen erkennen.

    Da es sich bei dem Radiopharmakon nicht um ein jodhaltiges Kontrastmittel handelt, treten auch keine Kontrastmittelnebenwirkungen oder allergische Reaktionen auf. Es tritt keine Übelkeit oder Schwindel auf. Nach der Untersuchung gibt es keine Einschränkung für die Teilnahme am Straßenverkehr. Zudem ist die Strahlenexposition äußerst gering.

     

    UNTERSUCHUNGSVORBEREITUNG UND ABLAUF

    Vor der Untersuchung ist keine besondere Vorbereitung nötig.

    Als erstes erfolgt ein Gespräch, bei dem wichtige Fragen zur möglichen Erkrankung geklärt werden und die Untersuchung besprochen wird.

    Für die Untersuchung werden dann etwa 1-2 ml der radioaktiven Substanz in eine Armvene injiziert.

    Die Aufnahmen mit der Gammakamera erfolgen dann direkt und/oder zwei bis drei Stunden später (die genaue Zeit wird verabredet).

    In der Wartezeit können Sie durch Trinken von Wasser, Saft, Kaffee, Tee etc. dazu beitragen, dass der radioaktive Stoff aus Ihrem Körper schneller wieder ausgeschieden wird. Falls Sie möchten können Sie ebenfalls gerne etwas essen und das Institut während der Wartezeit verlassen.

     

    WAS LEISTET DIE METHODE?

    Die Skelettszintigraphie kann sehr früh:

    • Gelenksentzündungen (= Arthritis), z. B. bei rheumatischen Erkrankungen nachweisen.
    • Genaue Lokalisation und Ausbreitung von Veränderungen im Knochen erkennen, z.B. Knochenmetastasen.
    • Eine Prothesenlockerung nachweisen.
  • Untersuchung der Lunge (Lungenszintigraphie (Ventilation/Perfusion))

    WAS IST EINE LUNGENSZINTIGRAPHIE?

    Die Lungenszintigraphie stellt die Belüftung oder Durchblutung der Lungen dar. Die wichtigsten Gründe für eine Lungenszintigraphie ist der Nachweis einer möglichen Lungenembolie oder die Beurteilung der Lungenfunktion vor einer Lungenoperation.

    Die Lungenuntersuchung erfolgt in einem oder zwei Teilen, je nachdem, um welche mögliche Erkrankung es geht. Dabei gibt es einen Teil, der die Lungenbelüftung untersucht und einen, der die Durchblutung untersucht.

    Bei der Untersuchung der Belüftung inhalieren Sie einen schwach radioaktiven Stoff (sog. Radiopharmakon) als Nebel. Der Stoff gelangt mit dem Luftstrom in die belüfteten Bereiche der Lunge und wird dort eine Zeitlang angelagert.

    Bei der Untersuchung der Durchblutung wird ein Radiopharmakon in eine Vene injiziert und mit dem Blutstrom in die durchbluteten Bereiche der Lunge getragen und dort eine Zeitlang gebunden.

    Da es sich bei den eingesetzten Radiopharmaka nicht um jodhaltige Kontrastmittel handelt, treten auch keine Kontrastmittelnebenwirkungen oder allergische Reaktionen auf. Es tritt keine Übelkeit oder Schwindel auf. Nach der Untersuchung gibt es keine Einschränkung für die Teilnahme am Straßenverkehr. Zudem ist die Strahlenexposition äußerst gering.

     

     

    UNTERSUCHUNGSVORBEREITUNG UND ABLAUF

    Vor der Untersuchung ist keine besondere Vorbereitung nötig. Falls Sie ein Spray/Inhalativum für eine Lungenerkrankung anwenden bringen Sie dieses bitte mit.

    Als erstes erfolgt ein Gespräch, bei dem wichtige Fragen zur möglichen Erkrankung geklärt werden und die Untersuchung besprochen wird.

    Je nachdem, um welche mögliche Erkrankung es geht erfolgt zuerst eine Untersuchung der Lungenbelüftung. Dazu wird ein schwach radioaktiver Stoff (sog. Radiopharmakon) als Nebel inhaliert. Dann erfolgen Aufnahmen mit der Gammakamera im Liegen. Die Kamera wird dazu Ihren Brustkorb ca. 20 min umkreisen.

    Anschließend erfolgt eine Untersuchung der Lungendurchblutung. Bei bestimmten Erkrankungen, z.B. vor einer Lungenoperation oder dem Einsetzen eines Ventiles in einen Lungenbereich z.B. bei einem Lungenemphysem erfolgt nur eine Untersuchung der Lungendurchblutung. Für die Untersuchung werden etwa 1-2 ml der radioaktiven Substanz in eine Armvene injiziert. Dann erfolgen Aufnahmen mit der Gammakamera im Liegen, wie oben beschrieben.

     

     

    WAS LEISTET DIE METHODE?

    Die Lungenszintigraphie kann sehr früh:

    • Eine Lungenembolie nachweisen.
    • Die Verteilung der Lungenfunktion darstellen, d.h. wieviel Prozent der Gesamtlungenfunktion von der rechten bzw. linken Lunge erbracht wird und wie sich diese über die beiden Lungenflügel aufteilt.
  • Untersuchung der Nieren (Nierenfunktionsdiagnostik)

    WAS IST EINE NIERENSZINTIGRAPHIE?

    Die Nierenuntersuchung stellt die Funktion und den Harnabfluss bis zur Harnblase für beide Nieren getrennt dar. Die wichtigsten Gründe für eine Nierenuntersuchung sind die Beurteilung der Nierenfunktion, z.B. vor oder nach einer Chemotherapie/Strahlentherapie und der Nachweis eines Harnabflusshindernisses.

    Bei der Nierenszintigraphie wird Ihnen ein schwach radioaktiver Stoff (sog. Radiopharmakon) in eine Vene injiziert. Der Stoff wird mit dem Blutstrom zu den Nieren getragen, von den Nieren aus dem Blut gefiltert und über die Harnleiter (Ureter) zur Harnblase ausgeschieden. Währenddessen erfolgen Kameraaufnahmen der Nieren.

    Da es sich bei dem Radiopharmakon nicht um ein jodhaltiges Kontrastmittel handelt, treten auch keine Kontrastmittelnebenwirkungen oder allergische Reaktionen auf. Es tritt keine Übelkeit oder Schwindel auf. Nach der Untersuchung gibt es keine Einschränkung für die Teilnahme am Straßenverkehr. Zudem ist die Strahlenexposition äußerst gering.

     

     

    UNTERSUCHUNGSVORBEREITUNG UND ABLAUF

    Vor der Untersuchung bitte ein bis zwei Liter Flüssigkeit trinken (Wasser, Saft, Kaffee, Tee etc.), damit die Nieren während der Untersuchung leicht ausscheiden können. Sie können vor der Untersuchung so oft zur Toilette gehen wie sie möchten.

    Als erstes erfolgt ein Gespräch, bei dem wichtige Fragen zur möglichen Erkrankung geklärt werden und die Untersuchung besprochen wird.

    Für die Untersuchung werden dann etwa 1-2 ml der radioaktiven Substanz in eine Armvene injiziert.

    Die Aufnahmen mit der Gammakamera erfolgen dann direkt im Liegen über ca. 45 Minuten.

    Während der Untersuchung wird Ihnen eine geringe Menge Blut abgenommen, damit kann die Nierenfunktion bestimmt werden.

    Gegen Ende der Untersuchung wird ein schwach harntreibendes Medikament in eine Armvene injiziert, um zu sehen, ob die Nieren und die Harnausscheidung darauf ausreichend reagieren.

     

     

    WAS LEISTET DIE METHODE?

    Die Nierenzintigraphie kann sehr früh:

    • Eine Nierenfunktionseinschränkung/-schädigung nachweisen.
    • Die Nierenfunktion während einer Therapie im Verlauf beurteilen.
    • Eine Abflusshindernis des Harns zwischen Nieren und Harnblase nachweisen.
    • Eine von den Nieren ausgelöste Bluthochdruckerkrankung nachweisen.
  • Markierung des Wächterlymphknotens

    WAS IST EINE WÄCHTERLYMPHKNOTENSZINTIGRAPHIE?

     

    Der Wächterlymphknoten ist der erste Lymphknoten in einer Kette bzw. einem Netz von Lymphknoten in einer Körperregion, zu dem die Lymphe aus einem bösartigen Tumor hinströmt/abfließt. Bei diesen Tumoren handelt es sich insbesondere um Brustkrebs (Mammakarzinom), Krebs der äußeren Geschlechtsteile der Frau (Vulvakarzinom) und schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom).

    Bei der sogenannten Wächterlymphknotenbiopsie wird dieser Wächterlymphknoten in einer Operation entfernt und untersucht. Wenn Wächterlymphknoten nicht von der Erkrankung befallen sind kann davon ausgegangen werden, dass auch die anderen Lymphknoten nicht befallen sind. Damit kann eine genauere Risikoabschätzung bezüglich einer erweiterten Operation erfolgen.

    Bei der Wächterlymphknotenuntersuchung wird ein schwach radioaktiver Stoff (sog. Radiopharmakon) in die Haut in der Nähe des Tumors injiziert. Der Stoff wird dann mit dem Lymphabstrom zum nächstgelegenen Lymphknoten transportiert und dort eine Zeitlang gelagert. Mit einer Sonde (ähnlich einem Geiger-Zähler) kann der Lymphknoten dann während der Operation von außen aufgefunden und dann entfernt werden.

    Da es sich bei dem Radiopharmakon nicht um ein jodhaltiges Kontrastmittel handelt, treten auch keine Kontrastmittelnebenwirkungen oder allergische Reaktionen auf. Es tritt keine Übelkeit oder Schwindel auf. Nach der Untersuchung gibt es keine Einschränkung für die Teilnahme am Straßenverkehr. Zudem ist die Strahlenexposition äußerst gering.

     

     

    UNTERSUCHUNGSABLAUF

    Vor der Untersuchung ist keine besondere Vorbereitung nötig.

    Als erstes erfolgt ein Gespräch, bei dem wichtige Fragen zur möglichen Erkrankung geklärt werden und die Untersuchung besprochen wird.

    Für die Untersuchung wird dann ein wenig des Radiopharmakons in die Haut in der Nähe des Tumors injiziert (bei Brustkrebs erfolgt die Injektion nahe der Brustwarze).

    Die Aufnahmen mit der Gammakamera erfolgen dann einige Minuten danach im Liegen über ca. 15 Minuten.

    Die Entfernung des Lymphknotens erfolgt für gewöhnlich am Folgetag im behandelnden Krankenhaus.

     

     

    WAS LEISTET DIE METHODE?

    Mit der Wächterlymphknotenuntersuchung kann der Wächterlymphknoten zuverlässig markiert werden. Damit kann eine genauere Risikoabschätzung bezüglich einer erweiterten Operation erfolgen. Die Wächterlymphknotenuntersuchung ist fester Bestandteil der Abläufe an einem Brustkrebszentrum.

  • Nebenschilddrüsenszintigraphie

    Was ist eine Nebenschilddrüsenszintigraphie?

    Die Nebenschilddrüsen (üblicherweise sind es vier) liegen direkt an der Rückseite der Schilddrüse. Selten findet sich auch eine Nebenschilddrüse abseits der Schilddrüse im Hals oder Brustkorb. Die Nebenschilddrüsen haben eine von der Schilddrüse getrennte Funktion und sind für die Regelung des Calcium- und Phosphatstoffwechsels wichtig. Wenn sich eine oder mehrere Nebenschilddrüsen vergrößern kann es zu behandlungsbedürftigen Störungen im Calcium- und Phosphatstoffwechsel kommen. Eine mögliche Therapie ist dann die Entfernung einer vergrößerten Nebenschilddrüse. Vor einer solchen Operation ist die Lokalisierung, wo sich die vergrößerte Nebenschilddrüse befindet hilfreich.

    Bei der Nebenschilddrüsenuntersuchung wird ein schwach radioaktiver Stoff (sog. Radiopharmakon) in eine Armvene injiziert. Der Stoff wird zunächst in die Schilddrüse und Nebenschilddrüsen aufgenommen, im Laufe der nächsten Stunden dann aber aus der Schilddrüse „ausgewaschen“, so dass nur noch eine Speicherung in den Nebenschilddrüsen verbleibt. Vergrößerte Nebenschilddrüsen nehmen den Stoff dabei viel mehr auf als gesunde Nebenschilddrüsen.

    Üblicherweise erfolgt auch eine Ultraschalluntersuchung des Halses, um den Befund auch im Ultraschall darzustellen.

    Da es sich bei dem Radiopharmakon nicht um ein jodhaltiges Kontrastmittel handelt, treten auch keine Kontrastmittelnebenwirkungen oder allergische Reaktionen auf. Es tritt keine Übelkeit oder Schwindel auf. Nach der Untersuchung gibt es keine Einschränkung für die Teilnahme am Straßenverkehr. Zudem ist die Strahlenexposition gering.

     

    UNTERSUCHUNGSVORBEREITUNG UND ABLAUF

    Wenn Schilddrüsenknoten bekannt sind empfiehlt sich eine eigenständige Schilddrüsenuntersuchung an einem getrennten Termin vor der Nebenschilddrüsenuntersuchung.
    Ansonsten ist vor der Untersuchung keine besondere Vorbereitung nötig.

    Als erstes erfolgt ein Gespräch, bei dem wichtige Fragen zur möglichen Erkrankung geklärt werden und die Untersuchung besprochen wird.

    Für die Untersuchung wird dann eine geringe Menge des Radiopharmakons in eine Armvene injiziert.

    Die Aufnahmen mit der Gammakamera erfolgen dann drei- bis viermal über die nächsten drei bis vier Stunden im Sitzen oder der Liegen über jeweils ca. 5 bis 15 Minuten. Die ersten Aufnahmen beginnen wenige Minuten nach Injektion.

     

    WAS LEISTET DIE METHODE?

    Mit der Nebenschilddrüsenuntersuchung können behandlungsbedürftig vergrößerte Nebenschilddrüsen zuverlässig dargestellt werden. Damit ist eine zielgerichtete Operation des Halses oder falls notwendig des Brustraumes möglich.

  • Untersuchung der Schilddrüse (komplette Schilddrüsendiagnostik)

    WAS IST EINE SCHILDDRÜSENDIAGNOSTIK?

    Die Schilddrüse (lateinisch Glandula thyreoidea oder thyroidea) ist eine Hormondrüse, die im Hals unterhalb des Kehlkopfes vor dem Kehlkopf-/Schildknorpel gelegen ist. Die Schilddrüse hat einen rechten und einen linken Lappen, die durch einen schmalen Streifen (Isthmus) verbunden sind. Ihre Form erinnert damit an ein „H“ oder einen Schmetterling. Die Hauptfunktion der Schilddrüse ist Bildung der jodhaltigen Schilddrüsenhormone Triiodthyronin (T3) und Thyroxin (T4). Die der Schilddrüse anliegenden Nebenschilddrüsen bilden das Hormon Calcitonin. Die Schilddrüsenhormone spielen eine wichtige Rolle im gesamten Körper und beeinflussen den Stoffwechsel, Zellwachstum und Funktionszustand fast aller Organe.

    Störungen der Schilddrüsenfunktion können zur Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose bzw. Hyperthyreose) führen und sich damit auf den gesamten Körper auswirken.

    In der Schilddrüse kann es zur Entstehung von Knoten oder Zysten kommen. Diese können ebenfalls Beschwerden hervorrufen. Die meisten knotigen oder zystischen Veränderungen der Schilddrüse sind gutartig, Schilddrüsenkrebs ist hingegen selten.

    In der Schilddrüse können auch Entzündungen auftreten, oftmals sind diese durch eine Überreaktion des Immunsystems verursacht (sog. Autoimmunerkrankungen, wie die Hashimoto-Thyreoiditis oder Basedow-Erkrankung).

    Bei einer Schilddrüsendiagnostik werden zunächst Form und Größe der Schilddrüse mit einer Ultraschalluntersuchung ermittelt und mögliche Schilddrüsenveränderungen (z.B. Knoten, Zysten) lokalisiert.

     

     

    UNTERSUCHUNGSVORBEREITUNG UND ABLAUF

    Vor der Untersuchung soll möglichst wenig Jod aufgenommen werden, d.h. ab einem Monat vor der Untersuchung keine Röntgenkontrastmittelgabe oder Einnahme jodhaltiger Medikamente.

    Nehmen Sie bitte Ihre Schilddrüsenmedikamente am Tag der Untersuchung nicht ein.

    Ansonsten ist keine besondere Vorbereitung nötig.

    Als erstes erfolgt ein Gespräch, bei dem wichtige Frage zu möglichen Schilddrüsenerkrankungen geklärt werden und die Untersuchung besprochen wird.

    Anschließend wird in der Regel eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse durchgeführt zur Bestimmung der Größe Ihrer Schilddrüse und zum Nachweis von Organveränderungen, z.B. Schilddrüsenknoten.

    Im Anschluss daran erfolgt, wenn nötig, eine Blutabnahme, z.B. zur Bestimmung der Schilddrüsenhormonwerte und ggf. eine Schilddrüsenszintigraphie. Mit der Schilddrüsenszintigraphie kann die Funktion der Schilddrüse insgesamt und auch von Schilddrüsenveränderungen/Knoten beurteilt werden (z.B. Feststellung heißer/kalter Knoten).

    Eine abschließende Aussage zu einer Schilddrüsenerkrankung kann oftmals erst in der Zusammenschau aller Ergebnisse (Laborergebnisse können bis zu fünf Tagen benötigen) erfolgen, so dass diese Ihnen meistens leider nicht am Tage der Untersuchung mitgeteilt werden kann.

     

     

    Schilddrüsenszintigraphie

    Vor der Untersuchung soll möglichst wenig Jod aufgenommen werden, d.h. ab einem Monat vor der Untersuchung keine Röntgenkontrastmittelgabe oder Einnahme jodhaltiger Medikamente.

    Ansonsten ist keine besondere Vorbereitung nötig.

    Für die Szintigraphie wird eine schwach radioaktive Substanz in die Armvene gespritzt.

    Nach etwa 10 bis 20 Minuten wird dann mit einer besonderen Kamera (Gammakamera) eine Aufnahme der Schilddrüse im Sitzen angefertigt.

    Sie können während dieser Zeit normal atmen und schlucken, sollten jedoch ruhig sitzen bleiben. Nach 5-10 Minuten ist die Aufnahme fertig.

    Da es sich hierbei nicht um ein jodhaltiges Kontrastmittel handelt, treten auch keine Kontrastmittelnebenwirkungen oder allergische Reaktionen auf. Es tritt keine Übelkeit oder Schwindel auf. Nach der Untersuchung gibt es keine Einschränkung für die Teilnahme am Straßenverkehr. Zudem ist die Strahlenexposition äußerst gering.

     

    MIBI-Schilddrüsenszintigraphie

    Stellt sich ein Schilddrüsenknoten in der üblichen Szintigraphie kühl oder kalt dar sollte dieser Befund weiter abgeklärt werden. Dazu bieten sich je nach Befund eine Feinnadelpunktion des Knotens oder auch eine sog. MIBI-Szintigraphie an. Die MIBI-Szintigraphie ist eine besondere Schilddrüsenszintigraphie, die bösartige Veränderungen der Schilddrüse mit großer Sicherheit ausschließen kann.

    Vor der Untersuchung ist keine besondere Vorbereitung nötig.

    Für die Szintigraphie wird eine schwach radioaktive Substanz in die Armvene gespritzt.

    Nach etwa 60 Minuten wird dann mit einer speziellen Kamera (Gammakamera) erst eine Aufnahme der Schilddrüse im Sitzen über ca. 10 min. angefertigt, danach eine weitere im Liegen über ca. 20 min.

    Da es sich hierbei nicht um ein jodhaltiges Kontrastmittel handelt, treten auch keine Kontrastmittelnebenwirkungen oder allergische Reaktionen auf. Es tritt keine Übelkeit oder Schwindel auf. Nach der Untersuchung gibt es keine Einschränkung für die Teilnahme am Straßenverkehr. Zudem ist die Strahlenexposition gering.

     

     

    WAS LEISTEN DIESE METHODEN?

    Die vorgenannten Untersuchungen bzw. ihre Kombination ermöglichen es, Schilddrüsenerkrankungen festzustellen und deren Therapiebedürtftigkeit einzuschätzen, z.B. Schilddrüsenvergrößerungen, Schilddrüsenknoten, Schilddrüsenzysten, Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion, Schilddrüsentzündungen.

    Wir führen ebenfalls Nachsorgeuntersuchungen nach Schilddrüsenkrebs oder Nachkontrollen nach einer Radiojodbehandlung gutartiger Schilddrüsenveränderungen durch.

     

    UMFASSEND VERNETZT FÜR OPTIMALE ERGEBNISSE

    Als Mitglied des Deutschen Schilddrüsenzentrums ist Dr. med. Ursula Reichert die ausgewiesene Expertin im Bereich der Schilddrüsen-Diagnostik in unserem Institut und hervorragend mit weiteren Fachleuten auf diesem Gebiet vernetzt.

  • Ösophagus- und Magenentleerungsszintigraphie

    Die Magenentleerungsszintigraphie setzen wir ein, um eine verzögerte oder beschleunigte Magenentleerung beim Vorliegen von verschiedenen Krankheiten zu diagnostzieren.

    Die Ösophagusszintigraphie ermöglicht es uns, den Transport der Nahrung in der Speiseröhre zu verfolgen und mögliche Störungen aufzudecken.

Unser Team

Dr. med. Thorsten Dirk Pöppel

Leiter der Abteilung Nuklearmedizin

Facharzt für Nuklearmedizin

 

Dr. med. Ursula Reichert

Fachärztin für Nuklearmedizin

 

 

Clemens-Martin Spohn

Facharzt für Radiologie und Nuklearmedizin

 

Unsere Geräte im Überblick

 

D-SPECT Gammakamera

Die D-SPECT-Gammakamera wird ausschließlich für die Myokard-Szintigraphie eingesetzt. Der Scanner verfügt im Vergleich zu konventionellen Kameras der Nuklearmedizin, nicht nur über zwei oder drei, sondern über insgesamt neun Detektoren, die halbkreisförmig um den Brustkorb angeordnet sind.

Im Vergleich zur konventionellen Technik ist diese neue digitale D-SPECT Gammakamera etwa zehn Mal sensitiver und verfügt über eine doppelt so hohe Auflösung. Der Scanner erlaubt außerdem eine bis zu sechs Mal schnellere Erfassung der Aufnahmen. Somit können wir die Untersuchungsdauer von 25 Minuten auf fünf bis zehn Minuten verkürzen.

Der Scanner arbeitet extrem leise und schnell. So bieten wir Ihnen den größtmöglichen Komfort während der Untersuchung. Als offenes System ist das Gerät auch für Patienten mit Platzangst geeignet. Von dem Gerät selbst geht keinerlei Strahlung aus.

Symbia Evo Excel Gammakamera

Die SPECT-Kamera Siemens Symbia Evo Excel kann radioaktive Strahlung orten und abbilden. Mit dieser Gammakamera kann die Funktion verschiedener Organe sichtbar gemacht werden. Dadurch können wir ein Krankheitsgeschehen frühzeitig erkennen.

Die Symbia Evo Excel SPECT-Kamera bietet mit herausragender Bildqualität präzise und reproduzierbare Ergebnisse. Im Vergleich mit anderen Geräten, kann die Kamera Aufnahmen mit einer bis zu 24% besseren Auflösung anfertigen. Dadurch können wir Veränderungen und Auffälligkeiten der inneren Organe noch schneller und dazu sehr genau diagnostizieren.

Von der Kamera geht keine Strahlung aus. Begleitpersonen können während der Untersuchung bei Bedarf mit im Raum bleiben. Die größere Tunnelöffnung und hohe Tragkraft der Siemens SPECT-Kamera bietet unseren Patienten noch mehr Komfort bei der Untersuchung. Durch ihren speziellen Aufbau ermöglicht die Kamera auch die Untersuchung von Patienten mit Platzangst und/oder eingeschränkter Mobilität.

Picola Scintron Schilddrüsenkamera

Die Picola Scintron ist eine Kleinfeld Gammakamera, die wir für die Schilddrüsenszintigraphie einsetzen. Mit dieser kleinen Kamera können wir die Funktion der Schilddrüse sichtbar machen. Die Picola Scintron bietet mit sehr guter Bildqualität präzise Ergebnisse.

Während der Untersuchung sitzen die Patienten für einige Minuten vor einem Detektor. Die Kamera können wir dafür für jeden unserer Patienten passend einstellen durch die stufenlos einstellbare Höhe des Detektorkopfes. Damit bieten wir unseren Patienten den höchstmöglichen Komfort während der Untersuchung.

Aufgrund der Bauweise der Kamera ist die Schilddrüsenszintigraphie ist auch für Patienten mit Platzangst und/oder eingeschränkter Mobilität problemlos geeignet.