Über 50 Jahre Erfahrung in Forschung und klinischer Anwendung

Das Fachgebiet Nuklearmedizin bietet mit seiner mehr als 50-jährigen Erfahrung in der Forschung und klinischen Anwendung zahlreiche, gut etablierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren für viele Bereiche der Medizin.

 

WIE LÄUFT DIE SZINTIGRAPHIE AB?

Für eine nuklearmedizinische Untersuchung/Szintigraphie wird dem Patienten eine schwach radioaktiv markierte Substanz injiziert, die an ein bestimmtes Molekül gekoppelt ist und sich in der entsprechenden Körperregion wie z.B. Schilddrüse, Skelett, Herz und Nieren einlagert. Nach der Speicherphase, die je nach Körperbereich unterschiedlich lang ist, wird die Strahlung (Gammastrahlung) gemessen. Dies geschieht mit einer sogenannten Gammakamera, die sich oberhalb oder auch unterhalb des Patienten bewegt. In den meisten Fällen sind keine Vorbereitungen nötig. Mit Ausnahme der Myokardszintigraphie können Sie vor der Untersuchung essen und trinken. Die Strahlendosis ist sehr gering, vergleichbar etwa der einer Lungen- oder Wirbelsäulenaufnahme. Die Injektion ist nicht schmerzhaft und die Substanzen sind nicht giftig. Allergische Reaktionen sind somit ausgeschlossen. 

 

 

Vorteile

Geringe Strahlendosis
Beurteilung von Organfunktionen
Schmerzlose Untersuchung
Frühe Erkennung krankhafter Veränderungen

 

Die Nuklearmedizin ist ein bereits älteres, aber immer noch sehr nützliches Untersuchungsverfahren. Denn mit ihrer Hilfe kann die Funktion nahezu aller Organe und Organsysteme untersucht werden. Bestimmte radioaktive Substanzen (y-Strahler) werden an organspezifische Marker gekoppelt (= Radiopharmaka). Mittels einer speziellen Kamera (Gammakamera) können je nach angewandter Untersuchungstechnik über spezielle Aufnahmen (= Szintigraphien) Rückschlüsse auf die Funktion von Organen und Organsystemen gezogen werden.

Die bekanntesten Untersuchungen sind Untersuchungen der Schilddrüse, des Skelettsystems, der Nieren und des Herzens. Bei allen diesen Untersuchungen werden die für die jeweilige Untersuchung spezifischen Radiopharmaka in eine Armvene gespritzt (Ausnahmen: Untersuchung der Beinvenen – Injektion in eine Vene auf dem Fußrücken, Untersuchungen der Speiseröhre/des Magens – orale Aufnahme mit einer speziellen Nahrung). Der Untersuchungsablauf richtet sich nach dem jeweiligen zu untersuchenden Organ/Organsystem. In Relation zu der Aussagefähigkeit der jeweiligen Untersuchungen ist die Strahlenbelastung gering. Es gilt der Grundsatz: „So wenig wie möglich und so viel wie nötig!“ Oft kann durch entsprechende Maßnahmen, wie z. B. viel trinken, bei nierengängigen Radiopharmaka die Ausscheidung deutlich beschleunigt werden. Über die entsprechenden Maßnahmen und deren Abläufe werden Sie bei jeder Untersuchung natürlich vorab individuell informiert.

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SPRECHSTUNDEN

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Freitag: 7.00 - 17.00 Uhr
außerhalb der Sprechzeiten nach entsprechender Vereinbarung

Weitere Infos zu speziellen nuklearmedizinischen Untersuchungen

  • Skelettszintigraphie

    Bei der Skelettszintigraphie wird Ihnen ein Radiopharmakon, das an einen sogenannten Phosphonat-Komplex gekoppelt ist, in eine Armvene gespritzt. Je nach Fragestellung erfolgt eine Durchblutungs- und Frühaufnahme unmittelbar nach der Injektion. Dabei zeigen sich krankhafte Veränderungen in den Weichteilen, wie z. B. den Muskeln und Gelenken. Nach den Frühaufnahmen haben Sie mindestens zwei Stunden Zeit und können das Institut verlassen. Während dieser Zeit wird die radioaktive Substanz aktiv in den Knochen eingebaut. Ein Knochen ist kein statisches Gebilde, sondern unterliegt beständigen Um-, Ab- und Aufbauprozessen, ähnlich wie Ihre Darmschleimhaut oder auch Ihre Haare. Diese Vorgänge macht sich die Nuklearmedizin zunutze, um krankhafte Veränderungen im Knochenstoffwechsel aufzuzeigen.

    Die wichtigsten Indikationen zur Skelettszintigraphie sind die Darstellung von Gelenkentzündungen (= Arthritis), z. B. bei rheumatischen Erkrankungen, die Tumordiagnostik und Tumornachsorge (Knochenmetastasensuche) sowie eine Reihe von orthopädischen und chirurgischen Fragestellungen (z. B. Durchblutungs- und Weichteilveränderungen im Rahmen von Frakturheilungen, Gelenkprothesenlockerungen).

    Übrigens – bei diesen Untersuchungen können Sie durch Trinken von Wasser, Saft, Tee etc. aktiv dazu beitragen, dass die radioaktive Substanz aus Ihrem Körper möglichst schnell wieder ausgeschieden wird.

    UNTERSUCHUNGSVORBEREITUNG UND ABLAUF

    Für die Untersuchung werden etwa 1-2 ml einer radioaktiv markierten Substanz in die Armvene injiziert. Da es sich hierbei um ein nicht jodhaltiges Kontrastmittel handelt, treten auch keine Kontrastmittelnebenwirkungen oder allergische Reaktionen auf. Zudem ist die Strahlenbelastung äußerst gering.

    WAS LEISTET DIE METHODE?

    Die Substanz lagert sich im Knochen ein. Nach etwa 2 bis 3 Stunden kann dann mit der Gammakamera die Darstellung des Skelettsystems durchgeführt werden. Zusätzlich besteht auch die Möglichkeit, direkt nach der Injektion Aufnahmen zur Darstellung der Substanzverteilung in den Blutgefäßen und den Weichteilen durchzuführen, um Aufschluss über entzündliche Weichteilveränderungen zu bekommen.

    • Ergänzung zur konventionellen Röntgendiagnostik von Knochen- und Gelenkveränderungen
    • genaue Lokalisation und Ausbreitung von Veränderungen im Bereich des Skelettsystems erkennen, z.B. zur Darstellung von Knochenmetastasen, entzündlichen Veränderungen und Arthritis.
  • Untersuchung der Lunge (Lungenszintigraphie (Ventilation/Perfusion))

    UNTERSUCHUNGSVORBEREITUNG UND ABLAUF

    Die Untersuchung erfolgt fast immer liegend in Rückenlage. Vorab wird eine schwach radioaktiv markierte Substanz über die Armvene injiziert und unmittelbar danach die Aufnahme der Lunge durchgeführt. Nach Abschluss der Aufnahmen liegt das Ergebnis vor und kann Ihnen sofort mitgeteilt werden. Es besteht keine Gefahr von Kontrastmittelnebenwirkungen oder allergische Reaktionen.

    WAS LEISTET DIE METHODE?

    Mit dieser Untersuchungsmethode können wir über die Injektion einer schwach radioaktiven Substanz zum einen die Durchblutung der Lunge darstellen, zum anderen auch durch das Einatmen schwach radioaktiv markierter Partikel die Bronchien und kleinen Lungenbläschen. Die Szintigraphie der Lunge ist deshalb besonders geeignet zur einfachen Darstellung von Blutgerinnseln in den Lungengefäßen und damit zur Aufdeckung einer Lungenembolie.

  • Untersuchung des Herzens (Myokardszintigraphie)

    Bei der Myocardszintigraphie wird die Durchblutung des Herzmuskels zunächst nach einer Fahrradbelastung und später im Ruhezustand untersucht.

    Während der Belastung wird Ihnen ein radioaktiver Stoff injiziert. Da es sich hierbei nicht um ein Kontrastmittel handelt, treten keine Allergien und Unverträglichkeiten auf. Die mit der Untersuchung verbundene Strahlenbelastung ist etwa so hoch wie die einer Röntgenuntersuchung der Nieren oder des Beckens. Eine Schwangerschaft sollte daher bei allen Patientinnen vorab ausgeschlossen werden. Da der benötigte radioaktive Stoff erst am Morgen der Untersuchung aus dem Ausland gebracht werden muss, kann sich der Untersuchungsbeginn unter Umständen verzögern. Erscheinen Sie am Untersuchungstag bitte nüchtern und nehmen Sie vorab möglichst keine Herzmedikamente (Nitrate Beta-Blocker, CA-Antagonisten) ein. Bitte befragen Sie im Zweifelsfall hierzu den Hausarzt! Bitte bringen Sie, falls vorhanden, auch das Belastungs-EKG und den Herzkatheterbefund zur Untersuchung mit.

    UNTERSUCHUNG UND ABLAUF

    Sie werden auf dem Fahrrad belastet, wie Sie dies wahrscheinlich von herkömmlichen Belastungs-EKGs her kennen. Während der Belastung erfolgt das Injizieren des radioaktiven Stoffes in eine Vene. Anschließend werden Aufnahmen vom Herzen angefertigt – das dauert etwa 45 Minuten. Anschließend erfolgt eine etwa 2 ½ bis 3-stündige Wartezeit im Wartezimmer der Praxis. Bitte beachten Sie, dass Sie in dieser Zeit nichts essen und keine Medikamente einnehmen dürfen. Nach etwa 3 Stunden werden nochmals Aufnahmen vom Herzen angefertigt, was wiederum etwa 45 Minuten in Anspruch nehmen wird. Rechnen Sie also insgesamt mit einer Untersuchungszeit von etwa 4 – 5 Stunden.

    • Nehmen Sie 6 Stunden vor der Untersuchung bitte nichts mehr zu sich und erscheinen Sie nüchtern.
    • Nehmen Sie 24 Stunden vor der Untersuchung bitte keine Herzmedikamente mehr ein.
    • Nehmen Sie 24 Stunden vor der Untersuchung bitte keine koffeinhaltigen Getränke mehr zu sich.
  • Untersuchung der Nieren (Nierenfunktionsdiagnostik)

    UNTERSUCHUNGSVORBEREITUNG UND ABLAUF

    Nehmen Sie einige Stunden vor der Untersuchung ausreichend Flüssigkeit zu sich, damit die Nieren hierdurch vermehrt beansprucht werden. Die Untersuchung wird meist in liegender Position durchgeführt. Während der Untersuchung wird Ihnen eine gut verträgliche radioaktiv markierte Substanz über eine Armvene injiziert und anschließend sofort die Aufnahmen mit der Gammakamera gestartet. Die Untersuchungsdauer beträgt hierbei etwa 30 bis 40 Minuten. In der zweiten Hälfte der Untersuchung wird Ihnen zur Bestimmung der Funktionsleistung der Niere Blut abgenommen. Da bei der Untersuchung eine sehr schwach radioaktiv markierte und nicht-jodhaltige Substanz verwendet wird, treten keine Kontrastmittelnebenwirkungen oder allergischen Reaktionen auf.

    WAS LEISTET DIE METHODE?

    Mit der Nierenszintigraphie können Aussagen zur Funktion und zu möglichen krankhaften Veränderungen der Nieren gemacht werden. Sie wird beispielsweise zur Abklärung einer durch die Nieren ausgelösten Bluthochdruckerkrankung oder bei Abflussbehinderungen der ableitenden Harnwege (z. B. durch Harnleitereinengungen oder durch Nierensteine) eingesetzt. Ebenfalls eignet sich die Untersuchung für Verlaufskontrollen der Nierenfunktion.

  • Markierung des Wächterlymphknotens

    Der Wächterlymphknoten, auch Sentinel-Lymphknoten ist ein Konzept in der Diagnose und Therapie bestimmter bösartiger Tumoren. Das sind insbesondere Brustkrebs (Mammakarzinom), schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom) und Prostatakrebs (Prostatakarzinom). Bei der sogenannten Wächterlymphknotenbiopsie kann festgestellt werden, ob ein Tumor bereits in die nächste Lymphregion gestreut hat. Damit kann eine genauere Risikoabschätzung bezüglich einer erweiterten Operation erfolgen. 


    FÜR WEN IST DIE UNTERSUCHUNG GEEIGNET?

    Sogenannte sentinel-node Untersuchungen (SNL) kommen im Wesentlichen bei Mammakarzinom-Patientinnen sowie Patienten mit einem malignem Melanom zum Einsatz.

  • Untersuchung der Schilddrüse (komplette Schilddrüsendiagnostik)

    UNTERSUCHUNGSVORBEREITUNG UND ABLAUF

    Für diese Untersuchung ist keine besondere Vorbereitung notwendig. Dennoch sollte darauf geachtet werden, dass keine vermehrte Jodzunahme, z.B. durch eine kürzlich durchgeführte Kontrastmittelgabe oder jodhaltige Medikamente, vorliegt. Im Anschluss an das Patientengespräch erfolgt, wenn nötig, eine Blutabnahme zur Bestimmung der Schilddrüsenhormonwerte und zur Vorbereitung auf die Schilddrüsenszintigraphie. Anschließend wird eine Schilddrüsensonographie zur Bestimmung der Größe Ihrer Schilddrüse und zum Nachweis von Organveränderungen, wie z.B. von Schilddrüsenknoten, durchgeführt. Für die Szintigraphie wird eine radioaktiv angereicherte Substanz in die Armvene gespritzt. Da es sich hierbei nicht um ein Kontrastmittel handelt, sind Unverträglichkeitsreaktionen ausgeschlossen. Dieses Mittel lagert sich nach einigen Minuten in die Schilddrüse ein. Nach etwa 10 bis 15 Minuten wird dann mit einer speziellen Kamera die eingelagerte Aktivität über der Schilddrüse gemessen (Gammakamera). Sie können während dieser Zeit normal atmen und schlucken, sollten jedoch ruhig sitzen bleiben. Nach weiteren 5 Minuten ist die Aufnahme fertig.

    WAS LEISTET DIE METHODE?

    Diese Untersuchung ermöglicht es, diffuse und knotige Schilddrüsenerkrankungen voneinander zu unterscheiden, ebenso stark einlagernde heiße und gering einlagernde kalte Knoten. Zusammen mit den Laborwerten, Ihren klinischen Angaben und der Schilddrüsenszintigraphie erstellen wir für Sie eine genaue Diagnose Ihrer Schilddrüsenfunktionslage.

    PATIENTENINFORMATIONEN

    Zur vollständigen Beurteilung Ihrer Schilddrüse ist es besonders wichtig zu wissen, ob bei Ihnen eine Schilddrüsenerkrankung bekannt ist und ob Sie Schilddrüsenmedikamente einnehmen.

    UMFASSEND VERNETZT FÜR OPTIMALE ERGEBNISSE

    Als Mitglied des Deutschen Schilddrüsenzentrums ist Dr. med. Ursula Reichert die ausgewiesene Expertin im Bereich der Schilddrüsen-Diagnostik in unserem Institut und hervorragend mit weiteren Fachleuten auf diesem Gebiet vernetzt.

     

     

     

     

Urkunden